Dieses Problem kann ich nicht alleine lösen!

Eher eine traurige Begegnung…

Am Wochenende hat mich ein ca. 65 Jahre alter Mann angesprochen. Ich kenne ihn schon sehr lange und solange, wie ich ihn kenne, trinkt er auch mächtige Mengen an Alkohol. Rund um die Uhr, sowie täglich.

Früher hatte ich öfters in den Kneipen mit ihm zu tun, auch wenn er 20 Jahre älter ist als ich. Bei Saufkumpanen spielt das Alter allerdings keine Rolle. Er fragte mich wie es mir geht und wie ich mich so fühle. Alles in Allem konnte ich ihm sagen dass ich ganz zufrieden mit mir bin und eigentlich ganz zuversichtlich in die Zukunft sehe. Es schien so, als hätte er meinen Weg zur Freiheit ein wenig verfolgt, aber es verpasst einen ähnlichen Weg zu gehen. Er schaute mich recht hilflos an und sagte schließlich: “Junge, ich bin froh, dass du es geschafft hast. Ich freue mich, dass du trocken bist, deinen Führerschein wieder hast, deinen Beruf im Griff hast und dass du glücklich bist!“Seine Worte berührten mich ganz heftig, da ich weiß, wie es um ihn steht. Er hat einfach aufgegeben und ich konnte seine Alkoholfahne ganz deutlich riechen. „Für mich ist es vorbei.“ Waren seine nächsten Worte. Ich kenne den Mann noch recht genau von den früheren Zeiten. Oft war er dabei, wenn wir einen kräftigen gehoben haben und auf den Alkohol angestoßen haben. Nichts ahnend von den Folgen, die der Alkohol mal mit uns anrichten wird. Seinen jetzigen Worten zu Folge, sieht er einfach keinen Sinn mehr in seiner Zukunft. Er lebt von einem Tag auf den anderen. Schon lange Frührentner und noch viel länger ohne Führerschein. Er hat sich mit dem Alkoholismus angefreundet und abgefunden, sowie seine Lebenssituation so akzeptiert wie sie ist. Der Alkohol ist sein Leben und wird auch irgendwann mal sein Ende sein. Jedes aufmunternde Wort von mir endete in einer Sackgasse und verpuffte auch dort. Keine Change diesem eigentlich netten Menschen helfen zu können. Man sieht seinem Gesicht ganz deutlich an, dass er sein Lebenskonzept aufgegeben hat, beziehungsweise dem Alkohol verschrieben hat. Er ist verheiratet und hat auch eine mittlerweile erwachsene Tochter. Aber auch diese Tatsachen können ihn vom Alkohol nicht entfernen. Scheinbar hat ihn die Familie auch schon aufgegeben und die Situation so akzeptiert. Zumal er niemals aggressiv erscheint und auch immer hilfsbereit ist in diesem Zustand.

Ich frage mich, warum hat er mich angesprochen? Vielleicht ist irgendwo doch noch ein Funken Hoffnung! Ich weiß es nicht und ich kann mir auch kein richtiges Bild von der ganzen Situation machen. Wenn ich genau wüsste, dass er sich Hilfe wünscht, wäre ich sicherlich bereit ihm auch zu helfen. Aber ich brauche ein Zeichen dazu, da alles was ich ihm an diesem Tag sagte in keinster Weise fruchtete…

Was meint Ihr? Wie soll ich mich hier verhalten?

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