Immer wieder die Sauferei…

Kollektives Saufen oder auch „feiern“ genannt!

Oh man… einer der letzten Wochenenden hatten wir ein Fest in unserem 700 Seelen Ort. Ein Verein krönte sich damit, 120 Jahre zu bestehen und das sollte ordentlich gefeiert werden…  Wenn ich die ganze Party so betrachte, dann war es eher ein grundlegender Zweck sich 4 Tage lang ganz legal und völlig unbekümmert besaufen zu können und anschließend beglückwünscht sich die ganze Organisation und Gemeinde noch dazu, das kollektive Alkoholdesaster als perfekte und gelungene Party zu rühmen. Vier Tage durchorganisierte Sauferei. Organisatorisch wurde hier sehr viel bewegt. Kommers, Totenehrung, viele Vereine kamen zu Besuch und jeden Abend spielte eine Kapelle zum Tanz auf. Und dann, am letzten Festtag wurden sogar jede Menge Spender gefunden, die dann ca. 1500 Liter Bier zum freien Trinken spendeten. Der Hammer! Das Wetter war schön, sonnig und warm und der Sauferei stand eigentlich nichts mehr im Wege. Das Freibier lief in Strömen aus den Hähnen und anschließend den Schlund hinab. Bis zum bitteren Ende. Für so manchen endete das ganze wirklich mit der Bewusstlosigkeit. Ich war auch da und hab mir alles mit angeschaut. Viele nüchterne Menschen waren hier nicht mehr zu finden. Ein lockeres, freudiges und gut gestimmtes Ereignis wurde hier zelebriert. Nicht schlecht, nur leider alle mit Alkohol vergiftet… Das macht schon etwas nachdenklich. Warum geht sowas nicht ohne Alkohol? In unseren Breiten ist so eine Stimmung leider nur mit Alkoholkonsum verbunden. Gelassenheit und gute Stimmung entstehen nur unter dem Einfluss dieser Droge. Ohne Bier geht die ganze Sache viel steifer ab oder findet nicht mal statt.

Kurze Anekdote:

Ich kann mich da noch an eine Veranstaltung in der Firma erinnern, als es um die Planung einer Jahresabschlussfeier oder auch Weihnachtsfeier ging. Letzter Arbeitstag im Jahr. Freitagmittag geht’s in die Kantine zur Party. Anschließend in den verdienten Weihnachtsurlaub. In der Regel gab es Bier, Radler, Sekt und allesmögliche an Softdrinks. Also alles was das Herz so brauchte. Feste Nahrung gibt’s zu diesen Anlässen auch in rauen Mengen. Also eine gelassene Stimmung war vorprogrammiert. Einige organisierten sich schon mal Fahrer, damit man anschließend nicht mehr Auto fahren musste. Sehr löblich…! Gegen 11 kam der Getränke LKW und lud jede Menge Getränke ab und die Herzen an den Fenstern wurden schon langsam warm… Kurz bevor der LKW wieder abfuhr, wurden alle alkoholischen Getränke wieder eingeladen. 10 Minuten später kam die Information, dass die Geschäftsleitung beschossen hatte, die Abschlussveranstaltung alkoholfrei zu gestalten. Der Frust der Belegschaft war in Sekunden-schnelle ins Unendliche angeschwollen und wurde auch lautstark kundgetan. Die Folge war, dass ca. 80% der Mitarbeiter das Haus gegen Mittag verließen und der klägliche Rest alleine im großen Saal ein mickriges Ausklingen feierte…           >> Alkohol macht‘s möglich <<

Früher war ich auch mitten drinnen und auch einer der glücklichsten Menschen dieser Welt, mit dem Gedanken mich so lange an einem Stück völlig legal besaufen zu können. Von morgens früh bis mitten in die Nacht hinein. Vor und nach den Feiertagen mit Urlaub ausgestattet, damit die Regeneration nicht zu kurz kam. Junge… was Partys und alle machten mit. Der Partyslogan war: “Wer nicht säuft, kommt fort!“ Jupp, genau so ist das gewesen und ich mitten drinnen. Heute bin ich der, der „fort“ kommt und merke das auch sehr deutlich. Das Schlaraffenland von früher, erkenne ich nur noch als Schlachtfeld des Drogenkonsums. Eine sinnlose Tötung der Gehirnzellen, um gelassen ein paar Stunden ins Traumland zu verschwinden. Eine besoffene Alice im Wunderland? Ist das wirklich nur mit Alkohol machbar? Anfangs „Totenstille“, später „laut und schrille!“…

Ich lasse diese Gedanken nun mal einfach so im Raum stehen… 😉

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